Warentest Hamburg · Testbericht
Warum Abnehmen mit Hula Hoop nur in Einzelfällen gut funktioniert
Der 30-Tage-Praxis-Check von Sportwissenschaftlerin & Personal Trainerin Lisa Richter (34): Sechs Wochen Hula-Hoop gegen Seilspringen mit gewichteten Seilen — mit einem ernüchternden Ergebnis für den Reifen.
Das Wichtigste zuerst
Kurzantwort: Abnehmen mit Hula Hoop funktioniert nur in Einzelfällen gut, weil der Reifen fast ausschließlich die Rumpfmuskulatur reizt und dabei deutlich weniger Kalorien verbrennt als ein Ganzkörpertraining. Seilspringen mit gewichteten Seilen (125 g bis 600 g) fordert Arme, Schultern, Beine und Rumpf gleichzeitig und verbrennt spürbar mehr Kalorien pro Zeiteinheit.
Im direkten 30-Tage-Vergleich fiel der Hula-Hoop-Reifen durch monotone Belastung, Platzbedarf und Frustration beim Aufbau auf. Das gewichtete Seil überzeugte in allen fünf Testkriterien. Gesamtergebnis des Tests: Note 1,2 für das Everjump-Springsiel-System — Testsieger im Warentest-Hamburg-Vergleich.
Gesamtnote Everjump: 1,2 (gewichtete Prüfkriterien: Trainingswirkung 30 %, Handling 25 %, Langlebigkeit 20 %, App 15 %, Preis-Leistung 10 %)
Mein 30-Tage-Selbsttest: Reifen gegen gewichtetes Seil
Als Sportwissenschaftlerin bekomme ich fast wöchentlich die Frage: „Lisa, hilft mir so ein Hula-Hoop-Reifen wirklich beim Abnehmen?" Also habe ich es selbst ausprobiert — vier Wochen lang, jeden Tag, unter kontrollierten Bedingungen. Danach habe ich vier Wochen lang täglich mit einem gewichteten Springseil (Everjump, 250 g) trainiert. Beide Geräte habe ich vorher und nachher vermessen, gewogen und auf Herz und Nieren geprüft.
Wochen 1 bis 4: Der Hula-Hoop-Reifen
Ich werde ehrlich sein: Die ersten zwei Tage hatten etwas von Grundschule, und genau das war das Problem. Der Reifen fordert eine einzige, ständig wiederholte Rotationsbewegung — Kreis um Kreis um Kreis. Nach fünf Minuten war ich innerlich auf zwei Orten: körperlich beim Training, gedanklich beim Wocheneinkauf. Das nenne ich monotone Belastung, und sie ist der Hauptgrund, warum Reifen in der Schublade landen.
Dazu kommt der lokale Reiz. Der Ring drückt und massiert in erster Linie die seitliche Rumpfmuskulatur. Arme, Schultern und Beine stehen dabei praktisch still. Kalorien verbrennt der Körper trotzdem — aber weit weniger, als die Werbeversprechen der Reifenhersteller nahelegen. Ein Training, das nur eine Muskelpartie bewegt, kann kein Ganzkörper-Energieverbrauch sein. Das ist keine Meinung, das ist Mechanik.
Und dann die Praktikabilität: Ich brauchte fast zwei Meter freien Umkreis. Im Wohnzimmer hieß das: Couch raus rücken oder Fernseher riskieren. Der Zusammenbau des zerlegbaren Reifens war eine eigene Geduldsprobe — Gelenk für Gelenk geklickt, zweimal hat er sich beim Training gelöst und ist gegen mein Schienbein geknallt. Frustration durch Technik, bevor überhaupt der erste Schweißtropfen fiel.
Wochen 5 bis 8: Das gewichtete Springseil
Nach einem Reset habe ich auf das gewichtete Seil umgestellt — ein Everjump-Set mit wechselbaren Seilen von 125 g bis 600 g, per Clip-System in Sekunden gewechselt. Der Unterschied war schon am ersten Abend spürbar: Nach zehn Minuten Sprungseil zitterten mir Unterarme, Schultern, Waden und der gesamte Rumpf. Das ist ein Ganzkörperreiz.
Zehn Minuten täglich, mit der Everjump-App als geführtem Workout mitlaufen lassen, in zwei Quadratmetern Wohnzimmer. Kein Aufbau, kein Umräumen, keine Ersatzteile. Die Zeit, die ich beim Reifen mit Klick-Gelenken und Platzproblemen verloren habe, habe ich beim Seil schlicht mit Sprüngen verbracht. Wer über 30 ist und wenig Zeit hat, merkt diesen Unterschied sofort.
Fazit nach acht Wochen: Beide Methoden funktionieren prinzipiell — Bewegung ist immer besser als keine Bewegung. Aber wenn es um spürbare Trainingsreize, Kalorienverbrauch und Alltagstauglichkeit geht, waren die Seil-Wochen dem Reifen in jeder Hinsicht überlegen.
Kann Hula Hoop dem Darm schaden?
Diese Frage stellen sich mehr Frauen, als man denkt — und sie ist berechtigt.
Hier wollen wir nicht dramatisieren, sondern biomechanisch einordnen. Bei einer Hula-Hoop-Einheit drückt ein Reifen — bei gewichteten Modellen gern 1 bis 2 Kilogramm — repetitiv und dauerhaft gegen die vordere Bauchwand. Im Bauchraum liegen hinter der Muskulatur aber empfindliche Strukturen: Magen, Darm und bei Frauen zusätzlich Blase und Uterus.
Sportmedizinisch relevant sind vor allem zwei Punkte: Erstens der dauerhafte externe Druck auf den Bauchraum, der bei manchen Anwenderinnen zu Unwohlsein, Druckgefühl oder Übelkeit führen kann — besonders direkt nach dem Essen oder bei bestehenden Bauchschwächen. Zweitens die unphysiologische Rotationsbelastung: Die isolierte Hüftrotation ist eine Bewegung, die in dieser Form und Wiederholungszahl im Alltag praktisch nie vorkommt. Die umliegende Rumpfmuskulatur, aber auch Bänder und Faszien des Rumpfes, werden dabei einseitig in einer kreisenden Scherbelastung geführt, statt sich — wie bei natürlichen Ganzkörperbewegungen — abwechselnd anzuspannen und zu entlasten.
Für die meisten gesunden Frauen ist der Reifen daher kein akutes Risiko. Aber wenn Sie ohnehin empfindlich auf Druck im Bauchraum reagieren, zu Völlegefühl neigen oder einen sensiblen Darm haben, ist das ein Argument, das Sie kennen sollten. Die Sportwissenschaft rät in solchen Fällen eher zu Belastungsformen ohne permanenten Abdominaldruck — etwa Seilspringen, Laufen oder Krafttraining.
Aus meiner Sicht ist das der Grund, warum sich das Hula-Hoop-Erlebnis für so viele Frauen nicht nachhaltig anfühlt: Ein Gerät, das dem Körper eine Belastung zumutet, die er so nicht kennt, und die dabei noch weniger Kalorien verbrennt als die harmloseren Alternativen, hat es schwer.
3 Gründe, warum das gewichtete Seil mehr verbrennt
Beim Vergleich Reifen gegen Seil geht es nicht um Geschmack, sondern um Mechanik. Drei biomechanische Mechanismen erklären, warum Seilspringen mit gewichteten Seilen den Körper stärker fordert — ohne Diät, ohne Hungern.
Der Ganzkörpereffekt statt lokalem Reiz
Der Hula-Hoop-Reifen reizt vor allem die seitliche Rumpfmuskulatur. Beim gewichteten Seil arbeiten bei jedem Sprung Arme, Schultern, Rücken, Po, Beine und Rumpf gleichzeitig. Je mehr Muskelmasse arbeitet, desto mehr Energie verbraucht der Körper — pro Minute spürbar mehr als beim kreisenden Reifen.
Rotationsmasse als Widerstand
Everjump-Seile wiegen je nach Modell 125 g bis 600 g und werden per Clip-System gewechselt. Das Seil wird bei jeder Umdrehung gegen die Fliehkraft beschleunigt — ein echter Widerstandsreiz für Arme und Schultern, den ein leichtes Seil oder ein Reifen nicht erzeugt. Wer stärker werden will, erhöht einfach das Seilgewicht.
Intervallcharakter statt Dauerkreis
Sprünge sind kurze, kraftvolle Kettleben-Bewegungen mit stetigem Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung — das bringt Herz und Kreislauf schneller auf Touren als die gleichförmige Reifenrotation. Zehn Minuten gewichtetes Seilspringen reichen für ein vollständiges, schweißtreibendes Workout.
Speziell für Frauen ab 30 zählt dabei: Der Effekt entsteht allein durch Bewegung — ohne Diätpläne, ohne Hungern, ohne Kalorienzählen. Zehn Minuten am Tag, an denen der ganze Körper beteiligt ist, ersetzen eine Stunde monotones Kreisen.
Hula Hoop vs. gewichtete Springseile im Vergleich
Bewertet nach fünf gewichteten Kriterien auf der deutschen Notenskala von 1,0 (sehr gut) bis 6,0 (ungenügend).
| Kriterium (Gewichtung) | Everjump (Testsieger) | Gewichteter Hula-Hoop-Reifen | Klassisches Springseil |
|---|---|---|---|
| 1,2 Gesamtnote Testsieger | Everjump | Hula-Hoop-Reifen | Springseil (unbeschwert) |
| Trainingswirkung (30 %) | 1,0 — Ganzkörperreiz: Arme, Schultern, Beine, Rumpf, Kreislauf | 3,8 — lokaler Rumpfreiz, geringerer Kalorienverbrauch | 2,4 — gutes Cardio, kein Widerstandsreiz durch Gewicht |
| Handling (25 %) | 1,3 — Clip-System, Seilwechsel in Sekunden, ca. 2 m² Platzbedarf | 3,4 — Platzbedarf ca. 2 m Umkreis, mühsamer Aufbau, Klick-Gelenke | 1,8 — sofort einsatzbereit, geringe Verstellbarkeit |
| Langlebigkeit (20 %) | 1,2 — Präzisionskugellager in den Griffen, austauschbare Seile | 2,9 — Verschleiß an Klick-Gelenken, Reifen verlieren Formstabilität | 2,6 — Seilverschleiß, Griffe ohne Lagerung |
| App (15 %) | 1,1 — Everjump-App mit geführten 10-Minuten-Workouts und Community | 4,6 — keine begleitende Trainings-App verfügbar | 4,2 — keine App, Motivation bleibt dem Nutzer überlassen |
| Preis-Leistung (10 %) | 1,6 — höhere Anfangsinvestition, dafür Systemcharakter mit Wachstumsreiz | 2,8 — günstig in der Anschaffung, Folgekosten durch Verschleiß | 1,9 — sehr günstig, aber begrenzter Trainingseffekt |
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Methodik: Alle drei Trainingsgeräte wurden über je vier Wochen im Alltag getestet. Die Kriterien wurden vorab festgelegt und mit den genannten Gewichtungen zu einer Gesamtnote verrechnet (Notenskala 1,0 bis 6,0). Bewertungsgrundlage sind der praktische Einsatz, Materialprüfung und dokumentierte Trainingseffekte während des Testzeitraums.
Warum das Seil trotzdem mehr Spaß macht
Der stärkste Trainingsreiz nützt nichts, wenn nach zwei Wochen die Motivation stirbt. Genau hier hat Everjump für mich den Unterschied gemacht — und zwar nicht durchoretrische Sprüche, sondern durch Struktur:
- Geführte 10-Minuten-Workouts: Die Everjump-App sagt mir jedes Training an — Sprungfolgen, Intervalle, Pausen. Ich muss nichts planen, nur mitmachen. Zehn Minuten, fertig, duschen.
- Community: Wer allein trainiert, bricht leichter ab. In der Everjump-Community tauschen sich Tausende Springerinnen über Fortschritte, Workouts und Seilgewichte aus — das hat meinen inneren Schweinehund wirksamer bekämpft als jeder Reifen.
- Bluetooth-Griffe: Die Griffe tracken Sprünge und Kalorienverbrauch automatisch und synchronisieren mit der App. Was gemessen wird, wird besser.
- Wachstum statt Stillstand: Vom 250er-Seil zum 600er-Seil gibt es immer das nächste Ziel — beim Reifen gibt es nur: mehr Kreise.
Dazu ein Punkt, den man als deutsche Konsumentin nicht unterschätzen sollte: Everjump sitzt in Berlin — kein Silicon-Valley-Startup, deutsches Unternehmen, DSGVO-konformer Umgang mit Gesundheitsdaten. Und beim Thema Bauchraum gilt das Gegenteil des Reifens: Beim Seilspringen lastet kein permanenter Druck auf dem Bauchraum.
Everjump ist bekannt aus „Die Höhle der Löwen". Sitz: Berlin. Datenverarbeitung DSGVO-konform.
Zur Everjump-App & Community →
Häufige Fragen zu Hula Hoop und Abnehmen
Ist Hula Hoop denn gar nicht effektiv?
Doch — Bewegung ist immer besser als keine Bewegung, und der Reifen reizt die Rumpfmuskulatur durchaus. Aber er bleibt ein lokales Training mit begrenztem Kalorienverbrauch, monotoner Bewegung und hohem Platzbedarf. Wer mit wenig Zeit das Maximum an Kalorienverbrennung und Ganzkörpereffekt herausholen will, kommt mit gewichteten Springseilen deutlich weiter. Im Warentest-Hamburg-Vergleich erreicht der Reifen Gesamtnote 3,6 — Everjump als Testsieger 1,2.
Schadet Hula Hoop dem Darm wirklich?
Pauschal nein, für die meisten gesunden Frauen ist der Reifen kein akutes Risiko. Biomechanisch relevant ist aber der dauerhafte Druck des Reifens auf den Bauchraum samt Darm, Blase und Uterus sowie die unphysiologische, kreisende Rotationsbelastung der Hüfte. Wer empfindlich auf Druck im Bauch reagiert, zu Völlegefühl neigt oder einen sensiblen Darm hat, sollte die Belastung kennen. Belastungsformen ohne permanenten Abdominaldruck — etwa Seilspringen — sind hier die schonendere Wahl.
Wie lange muss ich täglich springen, um Ergebnisse zu sehen?
Zehn Minuten täglich mit einem gewichteten Seil reichen für ein vollständiges, intensives Ganzkörper-Workout. Die Everjump-App bietet geführte 10-Minuten-Einheiten, die Sprünge, Intervalle und Pausen automatisch vorgeben. Konstanz schlägt Länge: Wer täglich zehn Minuten springt, erreicht mehr als jemand, der einmal pro Woche eine Stunde trainiert.
Welches Seilgewicht ist für Einsteigerinnen das richtige?
Everjump bietet austauschbare Seile von 125 g bis 600 g, die per Clip-System in Sekunden gewechselt werden. Einsteigerinnen starten idealerweise mit einem leichten bis mittleren Seil (125 g bis 250 g) und erhöhen das Gewicht, wenn Arme und Schultern sich an die Rotationslast gewöhnt haben. So wächst der Widerstandsreiz mit dem Trainingsfortschritt mit — ohne neues Gerät kaufen zu müssen.
Funktioniert das auch ohne Diät?
Der Trainingseffekt entsteht durch Bewegung, nicht durch Hungern. Zehn Minuten gewichtetes Seilspringen täglich verbrennen durch den Ganzkörpereffekt deutlich mehr Kalorien als die gleiche Zeit mit dem Reifen — und das ohne Kalorienzählen oder Diätpläne. Für nachhaltigen Fettabbau bleibt ein moderater Kalorienüberschuss-Ausgleich hilfreich, aber Pflicht ist keine Diät.
Ist Everjump für Frauen über 30 geeignet?
Ja — gerade für Frauen ab 30 mit wenig Zeit ist das gewichtete Seil ideal: kurze, intensive Einheiten, geringer Platzbedarf (etwa zwei Quadratmeter), geführte App-Workouts und eine Community, die am Dranbleiben hält. Das Clip-System erlaubt zudem, die Belastung individuell zu dosieren, statt sich an ein fixes Gerät zu gewöhnen.